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Digitalisierungsprojekt „Ländliches Bauen in Bayern – Ausgewählte Pläne und Fotos aus dem Bestand des Archivs für Hausforschung“
 
Seit November 2014 wird im Rahmen eines knapp zweijährigen Projektes am Institut für Volkskunde der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für die Internetplattform „Bavarikon“ eine Auswahl an Plänen (Aufmaße) und Fotos von Bauernhäusern aus dem Bestand des Archivs für Hausforschung digitalisiert. Geplant ist, bis Mitte 2016 ca. 3.000 Pläne und ca. 2.000 Fotos auf der Plattform mit dazugehörigen Metadaten bereitzustellen. Das Projekt betreuen zwei wissenschaftliche Mitarbeiter. Alle Pläne wurden bereits digitalisiert; für die Metadatenerfassung und Recherchezwecke gibt es eine neue Datenbank, die sowohl Angaben zu allen ca. 12.000 Plänen als auch zu den vorhandenen 19.000 Fotopositiven enthält.
Der Planbestand des Archivs für Hausforschung umfasst einen „Altbestand“ mit 250 kolorierten Plänen aus dem frühen 19. Jahrhundert (sog. Gustav-Vorherr-Pläne) bzw. aus dem späten 19. Jahrhundert (sog. Brandversicherungspläne) sowie einen sehr viel größeren Bestand aus der Mitte des 20. Jahrhunderts (ca. 5.000 Pläne). Regional beziehen sie sich einerseits auf heutiges bayerisches Staatsgebiet, außerdem gibt es zahlreiche Pläne aus Österreich, dem ehemaligen Jugoslawien (Gottschee), dem „Sudetenland“ (heutige Tschechische Republik) sowie der bis 1945 bayerischen Rheinpfalz.
Begründet wurde dieses umfangreiche Archiv im Jahr 1935 beim Bayerischen Landesverein für Heimatschutz in München durch Einrichtung einer „Landesstelle für Bauernhofforschung“; ihr Leiter war bis 1943 Rudolf Hoferer. Das Ziel war einerseits, bisher verstreute schriftliche und bildliche Dokumente zu Bauernhäusern an einer Stelle zusammenzutragen, andererseits den noch vorhandenen, aber bedrohten Altbestand an Bauernhöfen in situ durch Aufmaßpläne und Fotos zu dokumentieren und zu erforschen. Dazu wurden auch Studierende von Baufachschulen und Technischen Hochschulen herangezogen, um insbesondere im Jahr 1944 systematisch einige Regionen wegen drohender Kriegszerstörung zu dokumentieren. Dies geschah auch in Zusammenarbeit mit der „Mittelstelle deutscher Bauernhof“ in Berlin. Durch die rechtzeitige Auslagerung blieb das umfangreiche Material des Münchner Archivs nahezu vollständig erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Arbeit unter Torsten Gebhard fortgesetzt. 1962 wurde das Institut für Volkskunde mitsamt dem Archiv für Hausforschung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zugeordnet. Aus Platzgründen übernahm 1984 die neugeschaffene „Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen“ unter Georg Waldemer in ihren Räumlichkeiten die Aufstellung der Bestände, dort erfolgte auch eine systematische analoge bzw. EDV-gestützte Erfassung des Ar-chivguts, das sich jedoch weiterhin im Besitz des Instituts für Volkskunde befindet. Zum Archiv gehört außer Plänen und Fotos auch umfangreiches Aktenmaterial (Korrespondenz) sowie Nachlässe einiger Hausforscher (Rudolf Hoferer, Theodor Heck, Wilhelm Neu, Torsten Gebhard, Gottlieb Schwemmer), die jedoch bisher kaum erschlossen sind.
 
Kontakt:
Dr. phil. Andreas Kühne, Digitalisierungsprojekt „Ländliches Bauen in Bayern“ (Bavarikon), Institut für Volkskunde der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Barer Straße 13, 80333 München
Tel. (089) 51 55 61-44
E-Mail:
kuehne@volkskunde.badw.de oder
hausarchiv@volkskunde.badw.de